Rolli-Mobil

Es wieder auf die Schulhöfe der Bremer Grundschulen, freudig erwartet von den Schüler[innen] der vierten Klassen, das Rollimobil. So nennt sich ein kleiner LKW, gesponsert von der BREPARK GmbH, betrieben von der Landesverkehrswacht Bremen e.V. und besetzt mit ehrenamtlichen Mitarbeiter[inne]n der Verkehrswacht Bremen e.V.

Beladen ist der Wagen u.a. mit Teilen eines Hindernisparcours, der auf den Schulhöfen aufgebaut wird und neben anderen Prüfungen von den Grundschüler[inne]n gemeistert werden muß, wenn sie den heißbegehrten Fahrradführerschein bekommen wollen. Den gibt es bei den örtlich zuständigen Kontaktpolizisten, die in der Regel die Ausbildung in den Schulen gemeinsam mit Lehrer[inne]n und den Mitarbeiter[inne]n der Verkehrswacht leiten.

Um was geht es dabei neben dem Spaß der Kinder an der Herausforderung? Weil alles Wissen über Verkehrsregeln herzlich wenig zur Sicherheit im Straßenverkehr beiträgt, wenn das eigene Zweirad technisch und körperlich nicht beherrscht wird, wird genau das im Parcours geübt. Da gilt es, mit einer Hand zu fahren, während in der anderen ein Ball von einem Korb zum anderen gebracht wird, oder über eine schmale Wippe zu fahren, ohne umzufallen, oder am Ende der Hindernisfahrt aus voller Fahrt mit beiden Bremsen eine punktgenaue Vollbremsung vor einer Sperre hinzulegen usw. Nicht mehr auf dem Schulhof geübt wird im Gegensatz zu früheren Zeiten das Verhalten an Verkehrszeichen und Lichtsignalen. Das wird heute unter Aufsicht und Begleitung von Polizeibeamten im realen Straßenverkehr trainiert.

Damit alle Kinder zum Zuge kommen, auch diejenigen, die kein eigenes Fahrrad haben, werden auf dem Rollimobil neben den Parcourshindernissen sechs Kinderfahrräder in zwei Größen mitgeführt, deren Sattelhöhe von den Mitarbeiter[inne]n der Verkehrswacht bei der Ausgabe jeweils genau an die Größe des einzelnen Kindes angepaßt wird. Auch an Bord des Rollimobil finden sich Fahrradschutzhelme, die für das Training an alle Kinder ausgeliehen werden, die keinen Helm dabei haben, denn erstens sollen die Kinder so daran gewöhnt werden, nie ohne Helm loszuradeln, und zweitens wollen wir natürlich nicht, daß sich ein Kind bei einem Sturz im Parcours verletzt.

Die Praxis zeigt, dass das Rollimobil nicht nur beliebt, sondern auch unentbehrlich ist. Die meisten Kinder haben zwar ein Fahrrad – oft mit für das flache Norddeutschland völlig überdimensionierter Kettenschaltung -, aber mit dem Rad und der Schaltung sind sie vielfach überfordert. Das gilt oft auch für die Pflege und Wartung. Darum wird im Rollimobil auch noch ein Grundsortiment an Ersatzteilen und Werkzeug mitgeführt, um kleine Reparaturen an den Fahrrädern der Kinder gleich vor Ort durchzuführen. So sind die Verkehrswachtmitarbeiter[innen] zwangsläufig gleichzeitig nebenamtliche Mechaniker[innen].

Möglich ist der Einsatz des Rollimobil nur dank des Sponsoring durch die BREPARK GmbH und durch den ehrenamtlichen Einsatz von Verkehrswachtmitgliedern. Lehrer[innen], Polizei und Verkehrswacht hoffen, dass diese Form der Finanzierung auch künftig gewährleistet bleibt, weil sonst der Einsatz des Rollimobil nicht mehr möglich wäre.

Zu bestellen ist das Fahrzeug über die Landesverkehrswacht Bremen e.V.

Tel.: 0421/34 35 36