1. E-Scooter-Training an Bremer Oberschulen und Gymnasien

Auftaktveranstaltung an der Oberschule Rockwinkel

Am 30.09.2026 empfing der stellvertretende Schulleiter der Oberschule Rockwinkel in Bremen, Herr Christoph Gnirke, die Landesverkehrswacht Bremen e.V. mit ihren Kooperationspartnern zum ersten bundesweiten E-Scooter-Training an weiterführenden Schulen. Hier wurde der Jahrgang der achten Klasse, im Alter von 13 bis 14 Jahren mit circa 130 Schülerinnen und Schülern, ausgebildet, in dem von uns vier Stationen vorbereitet wurden.

Die erste Station bildete die theoretischen Grundlagen ab, welches Verhalten im Straßenverkehr ordnungsgemäß ist und welche Strafen bei entsprechender Nichteinhaltung drohen.

Die zweite Station beinhaltete einen Helmtest-Simulator. Die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler zeigten eindrucksvoll die fehlenden Kenntnisse über den Unterschied im Verletzungsrisiko. Ferner konnte die dritte Station, der E-Scooter-Reaktionstest, anschaulich die Überschätzung der Reaktionsfähigkeit darstellen. In der Simulation werden die unerfahrenen Schüler:innen auf die Gefahren im Straßenverkehr vorbereitet.

Im Verlauf der Ausbildung berichtete Herr Gnirke gegenüber dem Geschäftsführer der Landesverkehrswacht Bremen e.V., Herr Oliver Herbst, über die ansteigende Nutzung von E-Scootern bei den Schülerinnen und Schülern und über die damit einhergehenden Herausforderungen im Schulbetrieb. Aufgezeigt wurden unter anderem das Phänomen der Leistungsveränderung von E-Scooter, das Befördern weiterer Person und die falsche Straßenbenutzung im öffentlichen Straßenverkehr. Herr Gnirke begrüßte die Unterstützung des Bildungsauftrages durch die Landesverkehrswacht und verdeutlichte die Notwendigkeit zur Wiederholung im Folgejahr.

Ebenfalls vor Ort befanden ich die Kontaktpolizistin Katharina Siegmund und Farah Schad aus dem Revier Bremen Horn. Die wachsende Nutzung von E-Scootern bei Jugendlichen ist aus polizeilicher Sicht längst bekannt. Auch hier begrüßte man das E-Scooter-Training zur Steigerung der Verkehrssicherheit und zeigte sich als verlässlicher Partner in der engen Zusammenarbeit im Bereich der Präventionsarbeit.

Als Vertreterin der Senatorin für Inneres und Sport, Fr.  Dr. Eva Högl, erschien die Verkehrsreferentin Andrea Twachtmann. Sie betonte das besondere Engagement der Landesverkehrswacht Bremen e.V. sowie die vor Ort befindlichen Kooperationspartner und sicherte auch die zukünftige Unterstützung ihres Hauses zu.

Als Ansprechpartnerin unseres Kooperationspartners LIME stellte Frau Julie Liu die Fahrzeuge und Helme für die letzte Station zur Verfügung. Die Firma LIME beschäftigt sich ebenfalls mit der Verkehrsaufklärung und -prävention und verzeichnet im Rahmen von E-Scooter Vermietung eine einstellige Unfallquote. Dieser Erfolg wurde im Rahmen eines praktischen Parcours geteilt und soll zur Förderung der ordnungsgemäßen Straßenbenutzung dienen. Die Schülerinnen und Schüler konnten zur Vorbereitung auf künftige Fahrten im Straßenverkehr erste Berührungspunkte, in einem geschützten Raum, sammeln und mögliche Risiken, welche oft unterschätzt werden, erkennen.

Das Unternehmen LIME betont: „Verkehrssicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe. Im Mittelpunkt steht der verantwortungsvolle Umgang im Straßenverkehr. Private E-Scooter dürfen in Deutschland grundsätzlich ab 14 Jahren gefahren werden; Lime-Leihfahrzeuge sind dagegen ausschließlich ab 18 Jahren anzumieten. Praktische Aufklärung bereits in jungen Jahren trägt dazu bei, für Verkehrsregeln zu sensibilisieren, das Risikobewusstsein zu stärken und ein rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr zu schulen.“

Unser Engagement wurden durch ein Kamera-Team von Radio Bremen/Buten & Binnen begleitet. Sehen Sie hier den Clip. (E-Scooter-Beitrag ab der 20. Minute)

Besonderer Dank gilt unserer Büroleiterin Wallis Hermoza-Lüllau, die als Projektleiterin dieses brandaktuelle Thema für Bremen von Anfang an geplant und umgesetzt hat. Dazu mussten viele neue Wege gegangen werden. ScootSkills ein Program der Deutschen Verkehrswacht

E-Scooter-Training

die Mobilität von Jugendlichen hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Elektronische Kleinstfahrzeuge, insbesondere E-Scooter, gehören mittlerweile fest zum Straßenbild und zum Alltag von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufen. Sie bieten Flexibilität und schließen die Lücke auf dem Schulweg.

Gleichzeitig beobachten wir eine besorgniserregende Entwicklung bei den Unfallzahlen und Verkehrsverstößen in dieser Altersgruppe.

Aus diesem Grund hat sich die Landesverkehrswacht Bremen e.V. dies als Aufgabe zur Verkehrsprävention gemacht und startet am 30.09.2026 (Oberschule Rockwinkel) mit der Einführung von E-Scooter-Schulungen an Oberschulen und Gymnasien.

Dieses Angebot ist kostenlos für die Oberschulen und Gymnasien und wird als Bestandteil des Verkehrspräventionsprogramms der Deutschen Verkehrswacht geführt.

Die Relevanz solcher Schulungen lässt sich im Wesentlichen auf drei Kernprobleme zurückführen:

1. Mangelndes Regelbewusstsein und Fehlen eines Führerscheins

2. Unterschätzung der Fahrdynamik und Verletzungsrisiken

3. Rücksichtslosigkeit im öffentlichen Raum (Abstellproblematik)

Mit unseren 3 Bausteine-Programm möchten wir die Schüler gezielt aufklären

➢ Intro + E-Scooter Simulator – Regeln + Verstöße – Sensibilisierung durch plötzlich auftretende Gefahrensituationen (20 min.)

➢ Helmtestsimulator – die Wichtigkeit einen Helm zu tragen (15 min.)

➢ E-Scooter-Parcours im Außenbereich – Koordination + Geschicklichkeit durch Gleichgewichtsübungen (25 min.)

Während die klassische Fahrradprüfung meist in der Grundschule stattfindet, fordert die Nutzung von E-Scootern ab dem Alter von 14 Jahren eine völlig neue Stufe der Verkehrskompetenz. Gymnasien und Oberschulen bieten hierfür den perfekten Rahmen, um Jugendliche direkt in ihrer Lebensrealität zu erreichen und sie zu sicheren Verkehrsteilnehmern zu machen.

Eine präventive Aufklärung schützt nicht nur das Leben und die Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler, sondern entlastet auch Schulen und die Gesamtgesellschaft von der Sorge um gefährliche Situationen im direkten Umfeld.